Testosteron, das der Körper selbst produziert, wird von einigen Spitzensportlern zum Doping eingesetzt, darüber hinaus wird es durch Sport vermehrt produziert. Sowohl bei einer künstlichen Zugabe als auch beim Sport sollten die Werte kontrolliert werden.
Künstliche Testosteronzugaben
Ob ein Testosteronmangel vorliegt, kann man schnell herausfinden, da es für verschiedene Vorgänge im Körper zuständig ist. Versuche an Rhesusaffen haben gezeigt, dass Weibchen nach einer Testosteronspritze wie Männchen schrien. Bei Menschen führt die Injektion zur Muskelverstärkung. Dabei steigert sich die Leistungsfähigkeit tatsächlich, auch wenn das Testosteron allein noch keinen Starathleten ausmacht. Doch das Muskelwachstum wurde in vielen Studien nachgewiesen. Das ist allerdings nicht für jede Sportart hilfreich, denn beispielsweise ein Marathonläufer hat dann möglicherweise zu schwere Muskeln und damit zu viel Gewicht. Das verschlechtert seine Zeiten und belastet zudem die Gelenke. Außerdem führt Testosteron zu Nebenwirkungen bei Männern und Frauen an den primären und sekundären Sexualorganen, bei wirklicher Überdosis teilweise sehr gravierend (Schrumpfhoden und Klitoriswachstum, Brustbildung beim Mann, Körperbehaarung bei der Frau). Die Auswirkungen von Testosteron auf die Feinmotorik sind nicht abschließend untersucht.
Testosteronbildung durch Sport
Das Work-out selbst beeinflusst ebenfalls den Testosteronspiegel, je nach Sportart und Aktivität unterschiedlich. Kanadische Forscher haben in einer Untersuchung des Jahres 2011 festgestellt, dass diese Wirkung größer sein kann als künstliche Testosterongaben, sie rieten daher von diesen ab. Das Forscherteam aus Ottawa unter Leitung von Dr. Mark Tremblay untersuchte 22 gesunde Männer im Alter von 18 bis 55 Jahren auf die Hormone Testosteron, Cortisol und DHEA, einem Steroid, das zu den metabolischen Zwischenstufen von Testosteron gehört. Alle diese Hormone werden mit zunehmendem Alter vom Körper in geringerem Maße produziert, was Osteoporose, Muskelschwund und Impotenz begünstigt. Bei der Untersuchung ging es nicht um die Leistungsfähigkeit von Sportlern, sondern um die vorbeugende Wirkung von Sport für ein gesundes Älterwerden. Ein Drittel der Testpersonen trainierten überdurchschnittlich viel, ein weiteres Drittel mäßig und das letzte Drittel überhaupt nicht. Die Ärzte untersuchten nach körperlichen Belastungen wie Ausdauerlauf und Hantel-work-out die Hormonwerte, wobei festgestellt wurde, dass diejenige Sportart, die ohnehin betrieben wurde, auch nach ihrer jeweiligen Durchführung den günstigsten Einfluss auf den Hormonspiegel hatte. Die Studien fielen sehr differenziert aus, zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass regelmäßiger Sport zu einem ausgewogenen, gesund machenden Hormonspiegel führt. Das Sexualhormon Testosteron ist dabei an der Erhöhung der sportlichen Leistungsfähigkeit beteiligt, das heißt, ein trainierter Sportler hat den Leistungszuwachs auch über die Beeinflussung des Testosteronspiegels erreicht. Noch weiterführende Untersuchungen behaupten, dass auch das nicht übertrieben werden solle. Sportler, die sich übermäßig abgeschlagen fühlen, sollten bei regelmäßigem Training daher den Testosteronspiegel kontrollieren lassen. Generell wird Sportlern ein Gesundheitscheck zwei bis drei Mal im Jahr empfohlen.